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Schneeschuhtour im Val di Campo

Tour CH7: März 2015

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Bei einer Bergschule fand ich eine Schneeschuhtour, die mein Interesse weckte und so meldete ich mich für ein Schneeschuhtrekking am Blinnenhorn an. Von der Corno Gries Hütte sollte es über das Blinnenhorn bis zur Claudio-e-Bruno Hütte in Italien gehen. Der letzte Teil der Tour führte über den Mittlenberghütte nach Binn. Aber das Wetter ließ die Durchführung der Tour nicht zu. Der Lawinenbericht zeigte für diese Region einen hohen Gefahrenwert an. Also wurde am Tag zuvor die Tour in das Engerdin an den Berninapass verlegt. Für uns war damit ein hoher Aufwand für die Neuorganisation der Anreise verbunden. Am Nachmittag musste alle Fahrkarten neu gebucht werden und pünktlich um 18:30 Uhr saßen wir am Abend im Zug in Richtung Pontresina.
Die Schneeschuhtour war um die Saoseo Hütte im Val di Campo geplant worden. Das Tal liegt in den Livigno Alpen. Diese liegen im Osten der Schweiz und erstrecken sich bis nach Norditalien bis zur Gemeinde Livigno. Dazu gehört unter anderem das Stilfser Joch, welches nahe am Ortler liegt. Südlich des Berninapasses beginnt das Val di Campo, welches ein Seitental des Puschlav (Valposchiavo) ist. Das gesamte Tal ist von drei Seiten von der italienischen Grenze umgeben. Durchflossen wird das Tal von der Val da Camp, die bei Lungacqua aus dem Val Mera von Norden den gleichnamigen Bach aufnimmt. Im hinteren Teil des Tals liegen mehrere Bergseen. Der größte ist der Lago da Val Viola im oberen Talabschnitt, der auch Val Viola genannt wird. Etwas unterhalb davon liegt in einer bewaldeten Mulde der Lago da Saoseo, der für sein kräftiges Blau bekannt ist.
Für 3 Nächte waren wir nun auf der Saoseo Hütte eingemietet und wollten von dort die Piz Cunfin (Grenzgipfel), den Piz Ursera und den Piz Motal ersteigen. Von dort sollten wir auf das großartige Panorama der Berninagruppe schauen können. Diese hatte ich bereits im Jahr 2011 bestiegen und noch heute schwärme ich vom Festsaal der Alpen.

1. Tag: Aufstieg zur Saoseo Hütte

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Nach einer abenteuerlichen Anreise kamen wir pünktlich gegen Mittag in Pontresina an. Von Berlin waren wir nach Hannover zum Nachtzug gefahren. Leider ereignete sich dort ein Unfall mit einer Person und unser Zug musste umgeleitet werden. Damit war unser Nachtzug nach Basel nicht mehr zu erreichen. In einer grandiosen Aufholjagt schafften wir nach Mitternacht einen Nachtzug am Flughafen in Frankfurt am Main zu erreichen, der dann an unseren geplanten Zug bei Mannheim angekoppelt wurde. Von Basel stiegen wir in einen IC um, mit dem wir bis Chur fuhren. Hier wartete auf uns der Zug der der Rhätischen Bahn nach St. Moritz, der uns auf der weltbekannten Albulalinie nach Samedan brachte. Dort stiegen wir in den Berninaexpress um.
In Pontresina empfing uns der Bergführer. Wir stiegen in ein Taxi und fuhren bis nach (1) Sfazù 1625m. In einem kleinen Hotel tranken wir einen Kaffee und lernten uns kurz kennen. Dann begannen wir mit dem Aufstieg zur Hütte. Wir legten am Gasthof in Sfazù die Schneeschuhe an. Damit konnten wir uns schon an das Gehen mit den Schneeschuhen gewöhnen und hatten einen besseren Grip unter den Füßen. Der Fahrweg schlängelte sich durch das Val di Campo. Vorbei an den vielen Häusern stieg der Fahrweg leicht an. An einigen Felswänden konnten wir gefrorenes Wasser sehen, welches bizarre Formen bildete. Nach ca. 1,5 Stunden standen wir dann vor der (2) Saoseo Hütte 1985m, die unterhalb des gleichnamigen Gipfels liegt. Wir bekamen ein eigenes Lager zugewiesen und konnten uns dort ausbreiten. Der Hüttenwirt hatte sogar den Ofen in unserem Raum beheizt. Damit war es sehr angenehm warm und unsere Sachen trockneten sehr schnell.
Am Abend gab es ein 3-Gänge-Menü mit der bekannten Schweizer Graupensuppe. In der Hütte trafen sich Einheimisch aus dem Tal, die zu einem Abendessen eingeladen waren. Nach dem Essen wurde musiziert. Gesungen wurden italienische Lieder und Lieder in den ortsüblichen Dialekten. Manch ein Lied kam einem sogar bekannt vor. Wir wurden animiert doch einmal die typischen Schweizer Kräuterliköre zu probieren.

Bildergalerie:


  • 1) Sfazù 1625m
  • 2) Saoseo Hütte 1985m
Abbildung Höhenprofil

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2. Tag: Aufstieg zum Piz Cunfin (Grenzgipfel)

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Wir hatten nach der langen Anreise gut geschlafen und das Frühstück schmeckte. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Gipfel auf der Schneeschuhtour.
Gleich hinter der (1) Saoseo Hütte 1985m wanderten wir in Richtung des Passes di Val Viola. Langsam stieg der Weg an. Wir wanderten durch Lärchenwälder, bis wir an eine tiefverschneite Hütte am Plan di Giardin, nahe dem Lagh da Viola 2159m kamen. Der See war leider unter dem tiefen Schnee nicht zu erkennen. Hier bogen wir ab und gingen auf eine kleine Kuppe, dem Plan da la Genzana, hinauf. Nach einer kurzen Steilpassage standen wir auf einem Grat, der mit einem Grenzstein markiert war. Unter uns konnten wir das Refugio Viola erkennen, welches aber im Winter geschlossen ist. Nun begannen wir entlang der Grenzlinie mit dem Aufstieg zum Gipfel. Auf dem Hang lag sehr viel Schnee. Deshalb vergrößerten wir die Abstände zwischen den Wanderern, damit die frisch getretene Spur unter der Last nicht abrutschte. Immer weiter kamen wir im Zick-Zack den Berg hinauf und bald erkannten wir vor uns die große Steinpyramide am Gipfel des (2) Piz Cunfin 2904m. Von dort hatten wir einen sehr schönen Blick über das Val Viola.

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Auf dem Gipfel war es sehr windig. Die angekündigten Sturmböen waren auch hier zu spüren. Über uns schwebten zwei Heißluftballons mit großer Geschwindigkeit als kleine Punkte am Himmel. Nach der Pause stiegen wir in Richtung des Val Viola ab. An geeigneten Stellen probierten wir es mit rutschen. Schnell kamen wir auf Geschwindigkeit und sparten einige Höhenmeter im Abstieg. Unten angekommen wanderten wir in Richtung des (3) Pass di Val Viola 2485m. Kurz unter dem Pass gingen wir weiter zu einer Scharte zwischen den beiden Bergkuppen Moton und Montin. Hier gab es noch einmal eine kleine Rutschpartie, die in einem Schneeloch endete. Dann standen wir wieder im Val di Campo. Vor uns lag eine Landschaft mit großen Felsblöcken, die traumhaft in dieser Schneelandschaft lagen. Dort hindurch stiegen wir bis zum Lagh da Viola ab und schlängelten uns durch den Wald bis zur Saoseo Hütte.
Hier konnten wir noch etwas die Sonne am Nachmittag genießen. Dann ruhten wir uns aus und am Abend zauberte der Hüttenwirt wieder ein Menü für die Gäste. Es gab viel zu erzählen. Aber dann ging es zu Bett, denn am nächsten Tag wartete ein 3000er auf uns.

Bildergalerie:


  • 1) Saoseo Hütte 1985m
  • 2) Piz Cunfin 2904m
  • 3) Pass di Val Viola 2485m
  • 4) Saoseo Hütte 1985m
Abbildung Höhenprofil

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3. Tag: Aufstieg zum Piz Ursera

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An diesem Tag stand nun der Aufstieg zum Piz Ursera auf dem Plan. Dieser liegt nordwestlich der Saoseo Hütte und ist durch das Val Mera erreichbar.
Von der (1) Saoseo Hütte 1985m wanderten wir zuerst auf dem Fahrweg weiter bis zum Gasthof Cramari. Dort bogen wir auf eine Wiese ab und kamen zum Eingang in das Val Mera. Auf einem schmalen Pfad ging es nun weiter im leichten Anstieg bis zum Plan da Val Mera. Nach einer kurzen Pause stiegen wir auf der linken Seite des Tales, unterhalb der Forcula da Cardan, hinauf auf einen Sattel. Dort angekommen hatten wir einen ersten Blick hinüber zum tiefverschneiten Berninapass. Über ein weiteres Steilstück gelangten wir dann auf ein Plateau, welches vom (2) Piz Ursera 3032m nur um wenige Höhenmeter überragt wurde. Zum Gipfel musste aber ein sehr schmaler Grat überschritten werden, der durch den Schnee nur noch einen Fuß breit war. Hier entschied unser Bergführer die letzten Meter bis zum Gipfel als Seilschaft zu gehen. Am Gipfel angekommen hatten wir eine großartige Aussicht. Über den Berninapass konnten wir den Piz Palü, die Bernina und der Piz Morteratsch erkennen. Weiter nördlich war der Kesch zu sehen, an dem ich zwei Jahre zuvor gewandert war.

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Nachdem auch unsere zweite Gruppe am Gipfelkreuz gestanden hatte und alle Gipfelfotos gemacht waren, begannen wir mit dem Abstieg. Dafür wählten wir den direkteren Weg über den Pass da Val Mera. Von diesem ging es hinunter zum (3) Roanebene 2533m mit dem gleichnamigen See. An besonders glatten und steileren Stellen wurde natürlich gerutscht. Nach Auswertung der GPS-Daten erreichten wir Geschwindigkeiten von 27 Km/h. Dann überschritten wir die Hochebene. Der Lagh da Roan lag unter einer dicken Schneedecke. Noch einmal rutschten wir einige Höhenmeter hinunter und kamen zum Plan da Val Mera, wo wir schon beim Aufstieg vorbei kamen. Von hier schlängelte sich der Weg zurück in das Val di Campo. Nach einer weiteren Stunde standen wir wieder an der Saoseo Hütte. Im Sonnenschein konnten wir auf der Terrasse unseren Kaffee und Kuchen genießen.
Zum Abend gab es eine sehr gute Ministrone zum Menü. Zum Abschluss probierten das gut schmeckende dunkle Piz Palü Bier aus Pontresina. Und zu erzählen gab es nach den Eindrücken dieses Tages genug.

Bildergalerie:


  • 1) Saoseo Hütte 1985m
  • 2) Piz Ursera 2032m
  • 3) Roan 2533m
Abbildung Höhenprofil

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4. Tag: Abstieg nach Sfazù

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Am letzten Tag unserer Schneeschuhtour war noch einmal ein Aussichtsgipfel auf dem Weg in das Tal eingeplant. Die Weckzeit wurde noch einmal vorverlegt, damit wir pünktlich im Tal ankommen um unser Taxi erreichen. In Pontresina fand an diesem Sonntag der Skimarathon statt und 13.000 Läufer nahmen dort teil und viele fuhren mit dem Zug wieder nach Hause. Deshalb mussten wir hoffen, dass wir unseren Zug erreichten und vor allem auch mitkommen.
Am Morgen verabschiedete uns der Hüttenwirt an der (1) Saoseo Hütte 1985m. Wir hatten hier 3 angenehme Tage verlebt und die Gastfreundlichkeit genossen. Von der Hütte liefen wir talwärts zum Bach und folgten dem Bachlauf am Ufer entlang auf bewaldeten Wegen. Nach ca. 30 Minuten begannen wir mit dem Aufstieg zum Motal. Neben uns waren die Häuser der kleinen Siedlung Rügiul im Val di Campo zu sehen. Der Weg wurde steiler und auch an diesem Tag waren wieder mehrere Wandergruppen unterwegs. Auf einer Höhe von 2200m machten wir an einer Wegkreuzung ein Depot für die Rucksäcke und luden die schwereren Sachen aus. Nun hatten wir noch 300 Höhenmeter zu überwinden. Über ein Plateau bogen wir auf den Hang zum Gipfel ein und gingen im Zick-Zack den Berg hinauf. Der Schnee war sehr griffig und wir kamen gut voran. Bald hatten wir den Sattel vor dem Gipfel erreicht und über einen breiten Grat kamen wir zum Gipfel. Eine Stange markierte den höchsten Punkt. Vom Gipfel des (2) Motal 2517m hatten wir noch einmal einen tollen Blick auf das Val di Campo mit unserer Saoseo Hütte, zum Berninapass und natürlich dem Piz Palü. Es wurden noch die letzten Gipfelfotos der Tour gemacht und dann stiegen wir ab. Am Depot packten wir die Sachen wieder in die Rucksäcke und wanderten über eine Hochebene bis zum Ort (3) Motta 2088m. Dort machten wir noch einmal vor einem Haus eine Rast und schauten in das Tal. Dann begannen wir mit dem Abstieg in das Tal. Auf bewaldeten Wanderwegen ging es steil hinunter. Zwischendurch ergaben sich noch einmal Möglichkeiten zum Rutschen und wir konnten so ein paar Höhenmeter sparen. Dann erreichten wir die Straße und nach einer langgezogenen Kurve standen wir wieder am Gasthof in (4) Sfazù 1625m. Hier wartete bereits unser Taxi. Dieses brachte uns nach Samedan. Dort stiegen wir in die Albulabahn ein und fuhren zurück nach Basel, wo wir am späten Abend den Nachtzug nach Berlin erreichten.
Es waren vier schöne Tage, die wir im Val di Campo verlebten. Bei sehr guten Schneebedingungen und traumhaftem Wetter bestiegen wir einige Gipfel und genossen die Aussichten. Lediglich das Wandern von Hütte zu Hütte haben wir sehr vermisst, denn nur aus diesem Grund hatten wir die Tour am Blinnenhorn gebucht. Aber vielleicht schaffen wir es noch einmal in einem zweiten Versuch die Tour am Blinnenhorn durchzuführen.

Bildergalerie:


  • 1) Saoseo Hütte 1985m
  • 2) Piz Motal 2517m
  • 3) Motta 2088m
  • 4) Sfazù 1625m
Abbildung Höhenprofil

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Eine Erklärung zu den Symbolen und den Daten der Tagesetappen finden Sie unter dem Link "Zeichenerklärung". Weitere Informationen zur Tourenplanung und eine Checkliste stehen für Sie in der Rubrik "Hinweise" bereit.


Inhalt Ergänzungen
Inhalt Ergänzungen
Landkarte
Landkarte Schweiz
  Schweiz / Engerdin
Tourenplan
Skizze zum Tourenverlauf Skizze zum Tourenverlauf
Anreise

Für die Anreise hatte ich die Bahn gewählt. Mit einem Europa-Spezial-Ticket kam ich sehr günstig von Berlin nach Pontresina. Highlight dieser Tour war die Fahrt mit der Rätischen Bahn. Diese verkehrt ab Chur auf dem Streckenabschnitt, der im Jahre 2008 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Dazu gehört unter anderem das Schmittentobelviadukt. Die Bahn fährt über eine 65 Meter hohe Brücke in einem Bogen von 100m Radius direkt in einen Felsen hinein. Durch den Bogen konnte man dies gut beobachten. Kurz vor St. Moritz wechelte ich zum letzten Mal den Zug. Hier verkehrt der Bernina Express auf der schweizerischen Seite bis zur Alp Grüm. Wer die Zeit hat, sollte unbedingt dort hinfahren.

Skizze Anfahrtbeschreibung
 
   Parkmöglichkeiten

Mit dem Auto verläuft die Anfahrt ähnlich. In Pontresina kann man in der Nähe des Bahnhofes parken. Es kostete für die 5 Tage 30 CHF

Bewirtschaftung Hütten

In den folgenden Monaten sind die Hütten auf der Tour bewirtschaftet.


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Zusätzliche Hinweise:
Schneelagen beachten.

Ausrüstung

Anbei können Sie eine Liste ansehen, die die empfohlene Ausrüstung für diese Tour beinhaltet.


Symbol für Dokument

Download Ausrüstungsliste

Zusätzliche Informationen finden Sie unter dem Link "Ausrüstung".

Wanderkarten
  • Kompasskarte Nr.: 93
Anbei finden Sie einige Links aus dem Internet, die hilfreich für die Vorbereitung der Tour sind:
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Letzte Aktualisierung: 23.12.2016 - 17:01


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