Naturpark Sölktäler
42km
4 Tage
4222hm
Vor 14 Jahren wanderten wir auf dem Schladminger Höhenweg bis zur Preintaler Hütte. Etwas später konnte ich nun sehen, dass man dem Schladminger Höhenweg noch zwei Etappen hinzugefügt hat. Die Tour führt von der Preintaler Hütte zur Putzenalm und weiter zur Rudolf Schober Hütte. Beide Etappen führen durch den Naturpark Sölktäler. Dieser liegt in den niederen Tauern und ist einer von sieben in der Steiermark. Geprägt sind die Sölktäler durch wilde Gebirgsbäche, viele Seen und beeindruckende Gipfel. Die Besonderheit des Naturparks sind die vielen Einschlüsse aus weißem Marmor im kristallinen Gestein. Deshalb gibt es hier viele Pflanzen, die den kristallinen Untergrund brauchen, wie auch kalkliebende Pflanzen. Daher ist hier die Flora besonders üppig und artenreich. Das Großsölktal führt zum Sölkpass, dem höchsten steirischen Pass auf fast 1800m. Im Kleinsölktal liegt der idyllische Schwarzensee der Ziel vieler Wanderungen ist. Für uns war der See der Ausgangspunkt.
Wir wanderten 4 Tage durch die Täler. Die Tour startet an der Breitlahnhütte, wo uns das Taxi vom Bahnhof in Stein/Enns hinauf fuhr. Von dort ging es am ersten Tag hinauf zur Schutzhütte Putzentalalm. An den nächsten Tagen wanderten wir über das Prebertör zur Ebenhandlhütte. Weiter führte uns der Weg über die Hinterkarscharte und das Huberbauertörl bis zur Rudolf Schober Hütte. Am letzten Tag stiegen wir zum Etrachsee ab und fuhren mit dem Taxi bis nach Tamsweg.
7,4km
2h
317hm
21hm
leicht
Wir waren am frühen Morgen mit dem Zug von Berlin bis nach Stein an der Enns gefahren. Am Bahnhof holte uns ein Taxi ab und brachte uns bis in das Kleinsölktal zur Mautstelle. Dort stiegen wir aus und gingen den Fahrweg weiter zur (1) Breitlahnhütte 1070m. Bereits im Zug hatten unsere Handys alle einen Signalton abgegeben. Es wurde im Bereich Kärnten vor Unwettern gewarnt. Auch der Taxifahrer war erstaunt, dass wir uns auf die Tour begeben wollten. Kaum waren wir auf der Hütte angekommen, begann es dann auch etwas stärker an zu regnen. Die Hüttenwirtin sah ihre Chance, uns zur Übernachtung zu überreden. Nachdem wir eine kleine Suppe gegessen hatte, gab sie uns sogar noch einen Schnaps aus. Es hörte aber langsam auf zu regnen und wir machten uns auf den Weg in das Kleinsölker Obertal.
Von der Breitlahnhütte führte unsere Wanderung auf der nahezu ebenen Almstraße vorbei an einem der seltenen Kondenswassermoore. Dabei handelt es sich um eine sehr besondere und seltene Form von Mooren, deren Wasserhaushalt ausschließlich durch kondensierte Luftfeuchtigkeit gespeist wird. Nach ca. einer Stunde erreichten wir den Schwarzensee. Dieser ist umgeben von bewaldeten Bergen und am Ufer stehen große alte Bergahornbäume. Am See liegt die (2) Jägeralm 1172m. Diese wir leider geschlossen, als wir dort ankamen. Gegenüber der Alm stand eine kleine Kapelle. Sie wurde nach einem Brand gegen Ende der 19. Jahrhundert errichtet. Im Innern befindet sich die Madonna von Holbein und das bekannte Hubertusbild von Räuber am Altar. Den See querten wir am linken Ufer. Am Ende des Sees wurde der Weg steiler und führte hinauf zu den urigen Hütten die (3) Putzentalalm 1358m. Neben der Schutzhütte steht die Ringdorfer Hütte 1363m, die zum Sommerbeginn noch nicht geöffnet war.
Auf der Alm gab es sehr viele Tiere. Am Eingang begrüßten einen die Ziegen, ein paar Enten, Hühner und viele kleine Katzen. In den Ställen gab es Kaninchen und Meerschweine. Also ein Eldorado für Kinder. Insgesamt gibt es 12 Übernachtungsmöglichkeiten. Ein Bettenlager im Nebengebäude, welches sogar ein kleines Bad mit Dusche hatte und ein 3-Bettzimmer neben dem Gastraum. Wir richteten uns in den beiden Zimmern bequem ein. Dann gab es auch schon Abendessen. Im Angebot waren Brettljausen mit Steirerkasbrot, ein Schweinebraten und ein Lammbraten, sowie Getränke aus eigener Produktion. Zum Nachtisch bestellten wir uns einen Kaiserschmarrn. Dazu heizte die Hüttenwirtin die alte Küche an und bereitet diesen über offenem Feuer zu. Und der schmeckte richtig gut. Am Abend probierten wir noch einen der angesetzten Schnäpse. Dann gingen wir zu Bett, denn wir waren früh aufgestanden und mussten am nächsten Tag für die lange Tour fit sein.
Bildergalerie:
















1) Breitlahnhütte 1070m- 2) Jägeralm 1172m
- 3) Putzentalalm 1358m
14,7km
6h
1065hm
793hm
mittel
Auf der (1) Putzentalalm 1358m bereitete uns die Hüttenwirtin ein gutes Frühstück. Draußen schien bereits die Sonne. Da es am Vortag geregnet hatte, konnten wir an den Hängen des Lärcheck und der Alpkarspitze viele Wasserfälle sehen, die in das Tal stürzten. Nach dem Frühstück packten wir die Sachen und wanderten über die Wiesen zum Oberalmbach. Ab dort schlängelt sich der Weg in Serpentinen an bewaldeten Hängen und an weiteren Wasserfällen zum sogenannte Möslfeld hinauf. Nach einer Stunde erreichen wir ein Denkmal, welches an den Flugzeugabsturz eines amerikanischen Bombers am 15. November 1944 am Schöneck auf 2200m Höhe ereignete. Dabei zerschellte ein Bomber des Typs B-17G am Berg. Die Maschine befand sich auf dem Rückflug von einem Fliegerangriff auf Linz, als durch eine defekte Ölleitung zwei Motoren ausfielen und die Flügel bei der schlechten Witterung vereisten. Beim Absturz schafften noch drei der zehn Besatzungsmitglieder den Ausstieg mittels Fallschirms.
Weiter folgten wir dem markierten Wanderweg, der sich zwischen der Alpkarspitze und dem Opferstock durch das sogenannte Alpkar stetig bergauf schlängelte. Das Gelände wird zunehmend alpiner und steiler. Die letzten 200 Höhenmeter erfordern etwas Trittsicherheit und führten in kurzen Serpentinen hinauf zum (3) Prebertörl 2210m, welches wir nach einer weiteren Stunde erreichten. Am Törl angekommen, bot sich uns ein Panoramablick in das Putzental und auf die Gipfel der Schladminger Tauern. Der Schladminger Höhenweg führt von hier in Richtung Rantentörl.

Wir entschieden uns für den Abstieg in das Prebertal. Vom Prebertörl wanderten wir auf Wiesen bergab über das Möslfeld zum Preberbach. Vorbei am Preberwasserfall gelangten wir zur (3) Möslhütte 1615m. Sie wird traditionell mit Milchkühen, Ziegen und Schweine im Sommer bewirtschaftet. Neben der frischen Alm-Milch werden den Ausflüglern und Bergwanderern noch Spezialitäten, wie Buttermilch, verschiedene Käsesorten, Bauernbrettljausen und diverse Produkte vom eigenen Hof angeboten.
Nach der Pause wanderten wir auf einem Fahrweg weiter am Preberbach das Tal hinunter. Nach ca. 2,5 Kilometer bog der Weg nach links ab. Von dort aus hielten wir uns links und gingen auf dem Wanderweg 768A entlang, auf dem es stetig bergauf ging. Nach insgesamt einer Stunde erreichten wir eine kleine Wegabzweigung der mit „Heinrich Baudisch Steig“ ausgeschildert war. Der Weg formte sich nun zu einem schmalen Pfad. Dieser führte teilweise durch Gehölz und über freie Flächen um die Mitterberghöhe herum. An einigen Stellen waren Seile und Holzbrücken angebracht worden. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir die höchste Stelle des Weges und trafen dort auf einen Fahrweg, an dem sich eine Rastbank befand. Der Heinrich Baudisch Steig ist ein Teilstück des Krakauer Rundwanderwegs, einer anspruchsvollen Route mit etwa 57 Kilometern Länge und rund 3400 Höhenmetern, die als mehrtägige Wander- oder Trailrunning-Tour konzipiert wurde. Wir wanderten den Fahrweg weiter bergab und stießen an einer Brücke auf den Rantengraben, an dem wir weiter entlang zur (4) Eberhandlhütte 1554m gingen.
Die familiär geführte Ebenhandlhütte steht am Eingang des sehr schönen Rantental in der steirischen Gemeinde Krakau. Da wir zu Beginn der Saison unsere Tour durchführten, waren noch nicht alle Hütten geöffnet. Die Wirtsleute der Eberhandlhütte boten uns aber an, dass wir in der Hütte übernachten könnten und sie uns einen Essens- und Getränkevorrat auf die Hütte bringen. Wir nahmen das Angebot an und haben es nicht bereut. Am Abend gab es eine kräftigende Kaspressknödelsuppe und alle Zutaten für eine deftige Jausenplatte. Wir bereiteten alles vor und deckten den Tisch. Nach dem Essen gab es noch ein kühles Bier aus dem Trog vor der Hütte. Die Hütte war recht klein. Sie bietet nur ein Lager für 7 Personen und ein Einzelzimmer. Wir teilten uns auf die Betten auf und dann mussten wir auch langsam ins Bett gehen, denn der nächste Tag hielt noch einmal eine anstrengende Tour für uns bereit.
Bildergalerie:

















1) Putzentalalm 1358m- 2) Denkmal 1765m
- 3) Prebertörl 2210m
- 4) Möslhütte 1615m
- 5) Eberhandlhütte 1554m
14,9km
7h
964hm
753hm
mittel
Am Morgen machten wir uns das Frühstück. Die Wirtin hatte uns alles vorbereitet und wir ließen es uns schmecken. Dann räumten wir die Hütte auf und packten die Rucksäcke. Von der (1) Ebenhandlhütte 1560 m gingen wir auf dem Fahrweg weiter in Richtung Rantentörl, das bereits von Weitem sichtbar war. Der Wanderweg führte durch das Rantental bis zum Rantensee. Kurz vor dem See zweigte er nach rechts ab und stieg stetig bergan. Der Aufstieg verlief teilweise über die steilen Schutthänge des Wiegenkars und wandte sich in kurzen Serpentinen hinauf. Dann erreichten wir den (2) Hinterkarsee 2075m, den wir an der rechten Uferseite querten. Hier trafen wir auf den Schladminger Tauern Höhenweg, dem wir nun bis zu unserem Tagesziel folgten.
Im letzten Abschnitt ging es über Wiesen und Schuttfelder zum Grat hinauf. Nach etwa drei Stunden erreichten wir die (3) Hinterkarscharte 2274 m. Auf dem Weg hatten wir sehr schöne Ausblicke auf den Predigtstuhl und das Kleinsölktal. Direkt an der Scharte befanden sich Sicherungen an ausgesetzten Stellen. Von der Scharte aus stiegen wir zunächst hinunter, wobei wir auf die Markierungen achten mussten, da es weitere ausgetretenen Pfade gab. Der Weg verlief über alpine Wiesen und durch Latschengebiete leicht bergab. Der Wegabschnitt erforderte aber Trittsicherheit, da es Passagen mit steinigem und teils schroffem Untergrund am Berghang gab. Nun sahen wir bereits das (4) Huberbauertörl 2050m.

Von dort konnten wir weit in das Tal mit der Huberbaueralm hinunterschauen. Der Weg führt zunächst nach Südosten bergab über die Almflächen bis zu den ersten Stallungen. Dort querten wir einen Bach und gingen dann auf dem Fahrweg weiter in das Tal. Dann gelangten wir in ein schattiges Waldstück und erreichten an der (5) Huberbaueralm 1539m eine Kreuzung. Dort war unsere Hütte bereits ausgeschildert. Nur passten die Zeitangaben überhaupt nicht. Zunächst stiegen wir auf dem Fahrweg noch einmal etwas bergauf und übersahen dann den Abzweig zur Hütte. Nach ca. 350 gab es einen schmalen Pfad, der wieder leicht nach unten führte. Auf diesem ging es nun 2 Kilometer durch den Wald. Überall lagen umgestürzte Bäume, die wir umgehen mussten. Dann kamen wir zur Grafenalm. Dort gab es ein freundliches Hinweisschild zur Hütte. Auf diesem war vermerkt, dass es nur noch 15 Minuten bis zum nächsten Bier wären. Von der Grafenalm gingen wir dann auf dem Fahrweg zur (6) Rudolf Schober Hütte 1667m. Die Hütte war bereits links am Berg zu sehen, aber der Weg verlief in einem großen Bogen dorthin. Nachdem wir den Bach noch einmal überquert hatten, stiegen wir die letzten Meter zu unserem Tagesziel hinauf.
Die Rudolf Schober Hütte liegt eingebettet in einen großen Zirbenwald und ist die einzige bewirtschaftete Alpenvereinshütte auf der Tour. Sie wurde 1895 von der Sektion Stuhlecker erbaut und nach dem ersten Obmann benannt. In den 60er Jahren erfolgte ein größerer Umbau und der Bau eines Fahrweges, damit die Hütte versorgt werden konnte. Die Stromversorgung erfolgt durch ein kleines Wasserkraftwerk im Bach. Auf der Hütte gibt es drei Vier-Bett-Zimmern, sowie einem Matratzenlager für 12 Personen. Wir hatten Betten bestellt und bezogen unsere Zimmer. Nach dem langen Tag tat die warme Dusche gut. Am Abend bot der Hüttenwirt einen Schweinebraten an. Zum Nachtisch teilten wir uns noch einen Kaiserschmarrn, den der Koch extra mit etwas Alkohol angereichert hatte.
Bildergalerie:
















1) Eberhandlhütte 1554m- 2) Hinterkarsee 2075m
- 3) Hinterkarscharte 2274m
- 4) Huberbauertörl 2050m
- 5) Huberbaueralm 1539m
- 6) Rudolf Schober Hütte 1667m
4,5km
1h
0hm
320hm
leicht
Da wir eine lange Heimfahrt hatten, war für den letzten Tag nur noch eine kurze Etappe eingeplant worden. Wir standen früh auf, um rechtzeitig im Tal anzukommen. Es gab ein gutes Frühstück. Im Anschluss machten wir uns gleich auf den Weg. Von der (1) Rudolf Schober Hütte 1667m gingen wir auf dem Fahrweg zuerst zurück zur (2) Grafenalm 1571m. Dort blieben wir auf dem Fahrweg, der weiter in das Tal hinunterführte. Nach etwas mehr als 1 Stunde Gehzeit erreichten wir den (3) Etrachsee 1374m. Der sehr schön gelegene Bergsee befindet sich im Krakautal. Gespeist wird er durch den Etrachbach, der etwas unterhalb der Rudolf Schober Hütte entspringt. Im See gibt es einen reichen Fischbestand, zu dem u.a. auch Bach- und Regenbogenforellen gehören.

Die letzten Meter zur (4) Karlhütte 1344m legten wir auf der asphaltierten Straße zurück. Die Hütte hatte leider noch geschlossen. Vor der Hütte ruhten wir uns etwas aus. Dann kam auch schon unser Taxi, welches uns nach Tamsweg brachte, von wo wir die Heimreise antraten.
Wir waren nur wenige Tage in dem Naturpark unterwegs und hatten diesen durchquert. Eine sehr schöne Landschaft hat sich uns hier präsentiert. Angefangen von den Wasserfällen vor der Putzenalm bis hin zu der tollen Landschaft mit den grünen Gipfeln im Etrachtal. Auf den Hütten haben wir uns sehr wohlgefühlt und wurden sehr freundlich empfangen. Vor allem haben wir uns gefreut, dass uns die Hüttenwirte den Aufenthalt auf der Eberhandlhütte ermöglicht und die Hütte für unseren Aufenthalt ausgestattet haben.
Bildergalerie:








1) Rudolf Schober Hütte 1667m- 2) Grafenalm 1571m
- 3) Etrachsee 1374m
- 4) Karlhütte 1344m
Das Taxi holte uns an der Karlhütte ab. Wir fuhren durch das Krakautal hinauf zum Prebersee und weiter nach Tamsweg. Bis zur Abfahrt des Busses hatten wir noch viel Zeit und schauten uns den Ort an.
Tamsweg ist die Bezirkshauptstadt des Lungaus im österreichischen Bundesland Salzburg. Sie liegt auf 1022m Höhe und ist die höchstgelegene Bezirkshauptmannschaft Österreichs, die keinen Stadtstatus besitzt. Umrahmt wird der Ort von den niederen Tauern. Im Tal fließen die Flüsse Mur, Lungauer Taurach und der Leißnitzbach zusammen. Die Wallfahrtskirche St. Leonhard, etwas südlich vom Ort gelegen, wurde zwischen 1428 und 1433 erbaut. Sie machte Tamsweg zu dieser Zeit zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Sehenswert ist auch der Marktplatz mit dem historischen Rathaus und den viele gut erhaltenen Bürgerhäusern. Wir kehrten in ein Restaurant auf dem Marktplatz ein und bestellten uns einen Eisbecher.
Dann nahmen wir den Bus nach Radstadt und stiegen dort in die Bahn um, die uns am späten Abend nach Berlin brachte.
Bildergalerie:




Eine Erklärung zu den Symbolen und den Daten der Tagesetappen finden Sie unter dem Link "Zeichenerklärung". Weitere Informationen zur Tourenplanung und eine Checkliste stehen für Sie in der Rubrik "Hinweise" bereit.