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Rundtour in den Steiner Alpen

Tour SI3: August 2026

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Seit längerer Zeit hatte ich versucht eine Tour in den Steiner Alpen zu organisieren. Immer wieder wurden Hütten geschlossen, weil sie saniert werden mussten oder nach einem Brand nicht wieder aufgebaut wurden. Ich hatte immer neue Routen herausgesucht und war nach 3 Jahren überzeugt, eine Variante gefunden zu haben, die wir dann 2026 gegangen sind. Allerdings waren durch die Länge der Tagesetappen sehr anstrengende Abschnitte dabei.
Wir hatten bereits in den Jahren davor zwei Touren im Bereich des Triglav unternommen. Bei einer Tour bestiegen wir den Gipfel des Triglav. Bei einer zweiten Tour durchwanderten wir das Soca-Tal.
Die Steiner Alpen bzw. Kamniker Alpen, sind eine Gebirgsgruppe in den Südlichen Kalkalpen. Benannt wurde die Gruppe nach der Stadt Kamnik, die zu Deutsch “Stein“ heißt und im Tal der Kamniška Bistrica im Gebiet Oberkrain liegt. Oft wird auch der Name „Sanntaler Alpen“ verwendet, der auf den Ursprung des Flusses Sann (Savinja) verweist. Das Gebiet ist dreigeteilt. Zum einen besteht es aus der Karst-Hochebene im Osten mit der Hochalm Velika und Menina Planina, eine sehr schöne Hochebene mit einer der größten Hirtensiedlungen Europas. In der Mitte befindet sich die Grintovec-Gruppe. Der Grintovec ist mit 2558m der höchste Punkt der Steiner Alpen. Im westlichen Teil befindet sich die Storžic-Gruppe, die wir bei dieser Tour nicht begangen haben. Neben den Bergen mit zahlreichen, meist anspruchsvollen Wanderwegen und einigen Klettersteigen, gibt es auch den sehenswerten Rinka-Wasserfall im Landschaftspark Logar-Tal. Das Tal ist eines der schönsten und am häufigsten abgebildeten alpenländischen Gletschertäler in Europa.
Wir waren 7 Tagen auf einer Rundtour durch die Steiner Alpen unterwegs. Wir starteten im Ort Krivčevo mit dem Aufstieg auf die Velika Planina, die wir durchquerten. Am nächsten Tag wanderten wir am Fluss Kamniška Bistrica weiter Taleinwärts. Der Fluss gilt als einer der saubersten Flüsse in Slowenien. Die magischsten Abschnitte sind gerade die obersten, mit einer Reihe von Natursehenswürdigkeiten und der Predaselj-Schlucht. Vom Tal stiegen wir am dritten Tag zur Kamniska Koca na Kamniškem sedlu auf. Über den Planjava-Kamm erreichten wir die Koca na Klemenci jami pod Ojstrico und gingen weiter zum Dom Planšarija Logarski kot in das Logar-Tal. Danach stiegen wir zu den Gipfeln über dem Tal auf. Über die Kranjska Hütte gingen wir zur Tschechischen Hütte. Von der Hütte kletterten wir dann über den Mlinarsko Sattel zur Zois-Hütte hinauf, die unterhalb des Grintovec liegt. Am letzten Tag gingen wir hinunter in das Kamniška Bistrica Tal und fuhren über Ljubljana weiter nach Maribor, wo wir noch eine Nacht in der europäischen Kulturhauptstadt von 2012 noch eine Nacht verbrachten. Von dort fuhren wir am nächsten Tag mit dem Nachtzug zurück nach Berlin.

Ljubljana

Am Tag vor der Tour fuhren wir mit dem Zug von Berlin nach Ljubljana. Im besten Fall findet man eine Verbindung mit nur einem Umstieg in München. Leider hatten wir da etwas Pech, weil die Züge durch Bauarbeiten auf der Strecke verlängerte Fahrzeiten hatten. Also kamen wir erst am Abend in Ljubljana an. Wir hatten Zimmer in einem Hostel gebucht, welches mitten im Zentrum der Stadt lag. Am Abend schlenderten wir noch etwas entlang der Ljubljanica und tranken in einem der zahlreichen Restaurants ein Bier. Dabei schauten wir dem Trubel auf den Straßen zu.

1. Tag: Aufstieg zum Guest House Kraljev Hrib

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Am Morgen fuhren wir um 9 Uhr mit dem Taxi von Ljubljana in die Steiner Alpen. Gewählt hatte ich diese Variante, weil der Bus sehr früh am Morgen fuhr und wir mit dem Taxi einen besseren Startpunkt für den Aufstieg wählen konnten. Die Fahrt dauerte nur eine Stunde. Damit hatten wir an diesem Tag genügend Zeit für eine Wanderung zur Velika Planina und der Besichtigung der vielen Gebäude.
Das Taxi setzte uns in dem kleinen Ort (1) Krivčevo 640m ab, welcher auf der südlichen Seite der Velika Planina im Tal liegt. Der Anstieg begann an dem Berggasthaus Okrepčevalnica "Pri Jurčku". Von dort folgten wir der Ausschilderung, die uns zu einer Schotterstraße führte, die an den letzten Häusern des Ortes entlang verlief, bevor sie in einen schmaleren Waldpfad überging. Nun stiegen wir stetig durch den Mischwald, auf teils recht steilen Wegen weiter bergan, bis wir in ein offenes Gelände mit Almweiden kamen, wo die ersten Häuser standen. Wir bogen nach links ab und machten einen kurzen Abstecher zum (2) Dom na Kisovcu 1250m auf der Kisovec Hochalm. Dort öffnet sich ein herrlicher Rundblick über die Kamniško Savinjske Alpen, die Ebene hinter Kamnik und teils bis nach Ljubljana. Leider war die rustikale Hütte wegen eines Umbaus geschlossen. Deshalb konnten wir die im Internet angepriesene gute slowenische Bauernküche nicht ausprobieren.
Wir machten eine kurze Pause und stiegen weiter zum Hochplateau der Mali Planina hinauf, welches wir dann überquerten. Die Hirten auf der Alm Velika Planina treiben die Kühe bereits Mitte Juni auf die Alm. In den wärmeren Monaten sorgen sie auf der Alm für die Tiere. Sie leben in den Hirtenhütten, die mit typischen Schtenschindeln bedeckt und in der slowenischen Architektur weit verbreitet sind. Wir machten auf nach einem kurzen Rundgang eine Pause auf dem (3) Crnuški dom, von dessen Terrasse wir einen schönen Blick über die Alm hatten.
Nach der Pause gingen wir weiter vorbei am Domžalski Dom Na Mali Planini zur Velika Planina. Auf einem kleinen Hügel stand die kleine Kapelle Marija Snežna (Unsere Liebe Frau vom Schnee), zu der wir hinaufstiegen. Von dort gab es einen sehr schönen Blick über die Alm. Im Dorf gibt es noch 140 Hütten. Die originalen Hütten gingen alle im Zweiten Weltkrieg verloren, als die deutsche Wehrmacht sie bis auf die Grundmauern niederbrannte. Was damals übrig blieb, ist die (4) Preskar-Hütte 1548m, die noch heute als ursprüngliche Hirtenhütte auf der Velika Planina steht. Im Inneren kann man zwei Räume anschauen. Leider waren wir hier etwas zu spät und konnten das Museum nicht besichtigen.

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Neben dem Museum gab es einen Einkaufsladen wo wir den traditionellen „Trnic“ Käse, der von den Hirten hergestellt wird.Der Trnic immer noch als leckerer Hartkäse und modernes Symbol der Liebe geschätzt, da die Hirten, diesen Käse ihrer Lebensgefährtin als Heiratsversprechen schenkten. Wenn sie diesen annahm, dann war es ihre Art, Ja zu sagen. Von der Alm stiegen wir dann zur kleinen (5) Sladki Hütte 1617m auf, wo wir noch einmal eine Pause einlegten und hinüber zum Hauptgrat der Steiner Alpen mit den Gipfeln der Planjava und Brana, die wir in den nächsten Tagen besteigen wollten.
Vom Gipfel fuhren wir dann mit Doppelsessellift hinunter zur Station der Seilbahn, die uns in 5 Minuten in das Kamniška Bistrica Tal hinunterbrachte. Von der Talstation sind es nur wenige Meter bis zu unserer Unterkunft im (6) Guest House Kraljev Hrib 598m.
Das Guest House hat einen Zeltplatz und mehrere Zimmer für die Wanderer. Wir teilten uns auf und packten unsere Sachen aus. Leider war in der Anlage die Wasserzufuhr durch eine defekte Pumpe gestört. Das betraf auch die Toiletten. Irgenwie funktionierte es dahingehend, dass man den richtigen Zeitpunkt abwarten musste, bis genügend Wasser zum spühlen in der Leitung war. Am Abend wurde eine sehr gute Forelle, die wir probierten. Wir ließen den Abend langsam ausklingen und gingen dann zu Bett. Für den nächsten Tag erwartete uns eine schöne Wanderung durch das Tal, aber auch noch ein langer Aufstieg zu unserer nächsten Hütte.


  • 1) Krivčevo 640m
  • 2) Dom na Kisovcu 1250m
  • 3) Crnuški dom 1524m
  • 4) Preskar-Hütte 1548m
  • 5) Sladki Hütte 1617m
  • 6) Kraljev Hrib 598m
Abbildung Höhenprofil

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2. Tag: Übergang zur Kamniska Koča na Kamniškem sedlu

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Am Morgen schien die Sonne. Die Wirtin des Gasthauses bereitete für uns ein gutes Frühstück zu. Wir aßen dieses auf der Terrasse und hatten eine sehr schönen Blick auf die Berge. Nur mussten wir an diesem Tag noch hinauf auf den Sattel unterhalb des Planjava-Kamms. Das war schon ein weiter Weg. Leider kamen wir erst recht spät von der Hütte los. Die Zeit sollte hinten heraus fehlen, aber die Sonne schien im August ja noch recht lange.
Nach dem Essen starteten wir am (1) Gast House Kraljev Hrib 584m und gingen hinunter in das Kamniška Bistrica Tal zur Seilbahnstation. Das Tal wurde nach dem gleichnamigen Fluss benannt, der 33 km lang ist und in den Fluss Save mündet. Der Fluss gilt als einer der saubersten Flüsse in Slowenien und am schönsten sind gerade die obersten Abschnitte mit einer Reihe von Natursehenswürdigkeiten, die wir auf unserer Tagesetappe noch sehen sollten. Zuerst querten wir unterhalb der Seilbahnstation den Fluss auf einer Brücke. Kurz davor war ein Stück des Weges abgebrochen. Wir suchten etwas nach einer Möglichkeit zur Brücke zu kommen. Dann ging es in einem leichten Auf und Ab am Fluss entlang. Immer wieder gab es schöne Fotospots, an denen wir pausierten. Nach ca. 1 Stunde erreichten wir die (2) Predaselj-Schlucht 555m, wo das Tal sehr eng wurde. Die Klamm konnten wir direkt aus der Nähe und von zwei Brücken sehen, die wir auf dem Weg überquerten. Die Wände aus Kalk- und Dolomitgestein ragten hoch auf, dazwischen toste der Kamniška-Bistrica-Fluss in türkisgrünem Wasser über Felsstufen und bildete kleine Wasserfälle und Pools. Uns erinnerten die Bilder an die Soca, an der wir bereits vor 6 Jahren gewandert waren.
Am Ende des Weges kamen wir zum Berggasthof (3) Pri Jurju 596m an dem wir eine Pause einlegten. Interessant war eine Ausstellung über Tito (ehemaliger jugoslawischer Staatspräsident), die man in einem hinteren Raum besichtigen konnte. Nun konnten wir bereits den Kamniške sedlo. Bis dahin waren es immer noch 1200 Höhenmeter, die es noch zu überwinden galt. Zuerst führte die Straße zum Dom Kamniški Bistrici. Neben der Hütte befindet sich das Plecnik-Herrenhaus, ein Jagdschloss, das 1934 von Jože Plecnik für König Aleksandar Karadordevic, König des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, erbaut wurde. Leider kann das Jagdschloss nicht von innen besichtigt werden. Etwas später zweigte ein Weg nach rechts ab und dann wurde es steil. Der Pfad führte hinauf zu einer Station der Materialseilbahn, die zur Hütte hinaufführte. Ein großer Teil der Wegstrecke blieb weiterhin recht steil. Die ersten zwei Drittel verliefen durch den Wald über Wurzeln, Felsen und Geröll. An einem malerischen Abschnitt wanderten wir unter einem überhängenden Felsen. Bei Überquerung der Felsenstelle wurde für die Wanderer ein Stahlseil angebracht. Nach ca. 2,5 Stunden erreichen wir die (4) Schutzhütte Pastirji 1389m. Der letzte Abschnitt des Aufstiegs, der am Waldrand bei der Schutzhütte begann, führte über offeneres Gelände, auf einem von Latschenkiefern und Grasflächen gesäumten Geröllsteig. Dort befand sich ein großer Felsstein, an dem der letzte Aufstieg begann. Dieser verlief in kurzen Serpentinen weiter steil nach oben.
Dann erreichten wir die Berghütte (6) Kamniska Koca na Kamniškem sedlu 1868m. Hier offenbarte sich ein wunderschöner Blick auf das Alpental Logarska Dolina und weiter bis ins benachbarte Österreich. Auf der anderen Seite sahen wir in der Ferne Ljubljana, während sich ringsum die Gipfel und Wände dieses Teils der Steiner Alpen erhoben. Nach dem Volksglauben sollten Slowenen einmal im Leben auf den Triglav und den Steiner Sattel steigen. Den Triglav hatten wir bereits bestiegen.
Die neuerbaute Hütte wurde 1983 eröffnet und verfügt über 80 Schlafplätze, sowie Waschbecken und eine Dusche mit heißem und kaltem Wasser. Das Wasser kommt aus einer Regenwasseranlage, aber leider hatte es wochenlang hier nicht mehr geregnet. Das uns dieses Problem auf der ganzen Tour erwarten würde, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Auf der Hütte konnten wir zwischen zwei Sorten Suppe mit und ohne Wurst aussuchen. Diese schmeckten sehr gut. Wir ruhten uns noch etwas aus. Das Frühstück planten wir recht früh, denn auch der nächste Tag war mit einer recht schwierigen Tour geplant. Wir waren gespannt auf den Weg, denn sehr viele Informationen hatten wir dazu im Internet nicht gefunden.


  • 1) Kraljev Hrib 598m
  • 2) Predaselj-Schlucht 555m
  • 3) Pri Jurju Berggasthof 596m
  • 4) Schutzhütte Pastirji 1389m
  • 5) Kamniska Koča 1868m
Abbildung Höhenprofil

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3. Tag: Übergang zur Koča na Klemenči jami pod Ojstrico

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Wir hatten das Frühstück sehr früh gewählt, um für den heutigen Tag genügend Zeit zu haben. Uns war noch nicht bewusst, dass wir diese auch brauchen würden. Vor der Hütte ging die Sonne auf. Die Ebene vor Ljubljana kam zum Vorschein. Die ersten Gipfel wurden in das Sonnenlicht getaucht. Wir wollten heute den Planjava-Kamm überschreiten, den wir bereits von der Velika Planina in seiner vollen Ausbreitung gesehen hatten.
Von der (1) Kamniska Koca na Kamniškem sedlu 1866m gingen wir zunächst über den Kamniško-Sattel in Richtung Planjava. Vom Sattel hatten wir einen sehr schönen Blick in das Tal, wo wir bereits die Frischauf Hütte sahen, die unser Ziel zwei Tage später war. Nun wurde der Weg deutlich steiler und führte über Wiesen zu den Felsbändern unterhalb der Planjava. Der markierte Steig führte über viele Kletterstellen weiter bergauf. Einige Stellen war auch verseilt und damit leichter zu gehen. Der Weg ist zwar kein Klettersteig, verlangte aber Trittsicherheit und einen sicheren Umgang mit ausgesetztem Gelände. Oberhalb der Wisiakova grapa wurde der Weg wieder etwas einfacher und stiegt zum Sukalnik, dem südwestlichen Grat/Rücken der Planjava, bergan. Vom Sukalnik gingen wir zunächst kurz am Grat entlang. Danach verließ der markierte Weg den Grat wieder und zog leicht rechts in die steilen südlichen Grashänge hinein. Es folgte ein längerer Anstieg über überwiegend steile Grasflächen, die immer wieder von felsigen Rinnen unterbrochen wurden. An der Weggabelung hielten wir uns links und erreichten schließlich eine weitere Abzweigung unterhalb des Ostgipfels. Von dort waren es nur noch etwa 5 Minuten zum felsigen Gipfelgelände des (2) Planjava Vzhodni vrh 2392m. Der Planjava ist der höchste Berg der östlichen Steiner Alpen in Nordslowenien und gilt als einer der schönsten Aussichtsgipfel der Kamniške Savinjske Alpe. An seiner Westseite erhebt sich eine steile Wand über dem Kamniško-Sedlo-Pass, an der Ostseite verläuft ein langer Bergrücken und an der Nordseite ragt eine fast 1000 Meter hohe Wand über dem Logar-Tal empor. Vom Gipfel haben wir einen weiten Blick über die Kamniške Alpe und die Logarska dolina. Ojstrica, Skuta, Ojstrica-Wände und das Logartal wirken besonders plastisch und eindrucksvoll, oft mit weiten Tälern und Hochlagen im Hintergrund.

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Vom Vzhodni vrh der Planjava zieht sich ein langer, deutlich erkennbarer Grat nach Osten in Richtung Škarje, der in vielen Beschreibungen als natürlicher Übergang zur Škarje-Gruppe bezeichnet wird. Mal führte der Weg direkt am Kamm entlang, dann führte er abfallend an den Felswänden entlang. Die Stellen erforderten in mehreren Keletterpassagen absolute Trittsicherheit und Kondition, sowie Erfahrungen beim Klettern in der Schwierigkeit T4 bis zu T5. Es kostete viel Zeit die Stellen zu überwinden. Durch unsere Erfahrungen auf den vielen Hüttentouren, war es aber kein Problem diese zu durchsteigen. Als nächstes überschritten wir auf dem Weg am Grat die Gipfel des (3) Lucka Baba 2331m und des (4) Lucka Brana 2244m. Lucka Baba und Lucka Brana sind zwei benachbarte Gipfel im zentralen Kamm der Kamnik Savinja Alpen oberhalb des Bergsteigerdorfs Luce. Auf der Lucka Brana machten wir eine Pause und genossen die Aussicht. Dann wanderten wir über felsige Gratabschnitte über kurze Steilstufen und Wiesenflanken, weiter bis zum Gipfel des (5) Škarje 2179m, der mit seinem Felskegel markant über der Logartal thront. Auch hier legten wir eine Pause ein und aßen etwas. Immerhin hatten wir noch einen Abstieg von ca. 1000 Höhenmeter vor uns.
An der Scharte bogen wir nach links ab und stiegen in einem schottrigen Gelände bergab in Richtung des Rjavcki vrh ab. Diesen prägt eine begraste Kuppe, die über den bewaldeten Hängen unter uns sichtbar wurde. Der Gipfelaufbau war weniger schroff als die felsigen Hauptgipfel um uns herum. Wir wanderten am Fuße des Rjavcki vrh herum und kamen erneut in ein sehr steiles und mit Schotter durchzogenen Gelände. Es weiter unten tauchte der Weg in einen Wald ein. Ab nun ging es im leichten Auf und Ab über Wurzeln weiter in Richtung der Hütte. Immer wieder kamen einige steile Wegabschnitte, die uns dann einige Höhenmeter im Abstieg brachten. Danach führte der Weg weiter um die Berghänge herum, bis wir zum Fuße des Ojstrica kamen. Dort gab es eine Wegkreutzung, an der wir uns links hielten und weiter in Richtung der Hütte gingen. Noch einmal mussten wir 350 Höhenmeter absteigen, bis wir die (6) Koca na Klemenci jami pod Ojstrico 1220m erreichten. Nahe der Hütte steht die dickste Lärche Sloweniens, die seit Jahrhunderten wächst und einen gewaltigen Stammumfang von 464 cm aufweist.
Die Koca na Klemenci jami liegt mitten im Wald und steht auf einer kleinen, kesselartigen Grasfläche („jama“ = Senke/Höhle) direkt unter dem Gipfel des Ojstrica. Die heutige Hütte geht auf eine umgebaute Schafhütte zurück und wird vom lokalen Alpenverein PD Solcava betrieben. Vor 8 Jahren wurde sie zur besten Hochgebirgshütte in Slowenien gewählt. Wie bekamen ein Mehrbettzimmer, in dem wir uns einrichten konnten. Für die Rücksäcke gab es genügend Platz. Auch hier gab es einen größeren Wassermangel, aber am Abend wurden die Toiletten aufgeschlossen und wir konnten uns am Waschbecken etwas waschen. Das Gastzimmer war sehr urig. Der Wirt bot uns Jota-Eintopf und die typischen Krainer Würste an. Am Abend saßen wir noch eine Weile zusammen und sprachen über die Erlebnisse des Tages. Es war eine anstrengende Tour mit vielen Kletterstellen, die uns einiges abverlangt hatten. Dazu kam der lange Abstieg zur Hütte, der sich ordentlich in die Länge gezogen hatte.


  • 1) Kamniska Koča 1868m
  • 2) Planjava Vzhodni vrh 2392m
  • 3) Lučka Baba 2331m
  • 4) Škarje 2133m
  • 5) Koča na Klemenči jami 1233m
Abbildung Höhenprofil

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4. Tag: Übergang zum Dom Planšarija Logarski Kot

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Für den vierten Tag hatten wir nach den anstrengenden Etappen der Tage davor eine kürzere Tour geplant. Da leider die Frischauf Hütte nicht wieder eröffnet wurde, mussten wir ein Quartier im Logartal nehmen. Mit dem Frühstück konnten wir uns deshalb auf der (1) Koca na Klemenci jami pod Ojstrico 1220m Zeit lassen. Der Hüttenwirt spielt am Morgen eine Heimathymne lautstark in der Hütte ab und sang auch kräftig dazu. Somit waren aller erst einmal wach und konnten in Ruhe mit den Vorbereitungen beginnen. Das Frühstück war super. Es gab sogar ein Rührei und alle ließen es sich schmecken.
Etwas unterhalb der Hütte teilte sich der Weg in zwei Richtungen auf. Wir nahmen die Variante nach rechts, die etwas weiter talauswärts führte, weil wir genügend Zeit hatten. Zuerst kletterten wir etwas an einem Felsen entlang. Dann fiel der Weg etwas steile in einem Waldstück ab. Immer wieder gab es schöne Ausblicke in das Logartal. Nach dreißig Minuten kamen wir an einen Tunnel, durch den wir nun gehen mussten. Es war schon sehr dunkel und der Weg nicht ganz eben. Aber wir hatten genügend Lampen dabei. Zum Schluss führte der Weg hinunter zur (2) Eko hiša Na razpotju 785m (Kreuzweghütte), wo wir eine Pause einlegten und ein Eis aßen. Wir genossen das Wetter und die leichte Etappe, denn wir mussten nur noch durch das Tal zu unserer Unterkunft gehen.
Neben der Straße führte ein Wanderpfad weiter Tal einwärts. Unser nächstes Ziel war der (3) Dom Planincev Logarska dolina 855m, der direkt an der Straße lag. Hier tranken wir etwas und ruhten uns aus. Vor der Hütte gab es einen Automaten, an dem verschiedene Joghurtsorten verkauft wurden. Diese probierten wir ebenfalls. Neben der Hütte gab es ein Denkmal, die beiden bedeutenden Bergsteigerpioniere Johannes Frischauf und Fran Kocbek ehrt. Johannes Frischauf war Professor für Mathematik und Astronomie und erforschte ab 1874 systematisch die Steiner Alpen. Durch seine Karten und Schriften für den Alpinismus machte er sie für den Alpinismus bekannt. Fran Kocbek setzte sich als Bergsteiger stark für die Erschließung der Wege ein.
Im Anschluss wandern wir zurück im Tal weiter am Fluss entlang zum (4) Dom Planšarija Logarski 913m. Dieser wurde weiterhin neu befestigt und der Weg war entsprechend schwierig zu gehen. Eine Jahrhundertflut hatte im August 2023 das gesamte obere Savinja-Tal durch verheerende Überschwemmungen und Muren schwer verwüstet.  Versteckt auf einer sehr schönen Lichtung im oberen Teil des Logarska-Tals, befindet sich die einzigartige Blockhütte. Früher wurde das Haus als Sennerei und Partisanenkrankenhaus genutzt. Heute ist sie eine idyllische Hütte in der außerordentlich leckeren Hausmannskost serviert wird. Das Angebot von Logarski kot besteht aus vorwiegend traditionellen Gerichten und Produkten aus dem Solcava-Gebiet. Auf der Speisekarte stehen verschiedene Aufschnitte, Eintöpfe, Wildgerichte, die Mehrzahl der Gäste entscheidet sich aber immer wieder für einen erneuten Besuch gerade wegen der Pilzsuppe, des Buschweizensterzes mit Grieben und verschiedene Strudelarten. Wir probierten natürlich bei unserer Ankunft die Pilzsuppe.
Danach bezogen wir unsere Zimmer und ruhten uns den Rest des Tages auf einem Liegestuhl hinter der Hütte aus. Der Blick auf die umliegenden Berge war sehr schön. Am Abend gab es ein Menü, welches wir bei den sommerlichen Temperaturen vor der Hütte einnahmen. Serviert wurde unter anderem eine Schweinebraten mit Bratkartoffel. Dann wurde das Restaurant geschlossen und auch wir gingen zu Bett, denn der nächste Tag hielt eine lange anstrengende Tour für uns bereit.


  • 1) Koča na Klemenči jami 1220m
  • 2) Eko hiša Na razpotju 785m
  • 3) Planincev Logarska Dolina 833m
  • 4) Planšarija Logarski Kot 890m
Abbildung Höhenprofil

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5. Tag: Übergang zur Tschechischen Hütte (Češka Koča)

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Wir standen sehr früh auf, denn der Tag hatte es in sich. Das Problem war die geschlossene Krainer Hütte. In der Hütte hatte es einen Küchenumbau gegeben, der nicht abgenommen worden war. Da auch die Frischauf Hütte nach dem Brand noch nicht wieder eröffnet wurde, blieb uns nur der lange Weg bis zur Tschechischen Hütte. Da in der Logartalhütte die Küche erst recht spät öffnete, hatten wir uns ein Loungpaket bestellt, welches wir am Morgen aßen. Dann gingen wir vor Sonnenaufgang los.
Am Morgen wanderten wir vom (1) Dom Planšarija Logarski 913m auf dem ausgeschilderten Weg in Richtung des Wasserfalls. Der Weg wechselte mehrfach die Straße, bis wir an einem großen Schotterfeld ankamen, welches im Frühjahr bestimmt mit Wasser gefüllt war. Hinter dem Parkplatz begann der Aufstieg zum (2) Slap Rinka 1212m. Auf einem Waldweg ging es steil bergan, bis wir an die Brücke unterhalb des Wasserfalls kamen. Dieser führte sogar Wasser, obwohl überall absoluter Wassermangel war. Weiter verlief der Weg auf Stufen neben dem Wasserfall. Bald waren wir auf der Höhe des Adlerhorstes (Orlovo Gnijezdo), einer kleinen Hütte, die an den Felsen gebaut wurde und nur einer Handvoll Wanderern Platz bot. Als nächstes erreichten wir den oberen Teil bei dem wir weiter über Treppen und Felsblöcke nach oben kletterten, bis wir an die Quelle des Slap Rinka kamen. Von dort verlief der Weg weiter durch den Wald bis zum (3) Frischaufov Dom 1393m. Die Hütte war leider noch geschlossen, aber an einem kleinen Kiosk gab es Getränke zu kaufen. Wir ruhten uns etwas aus und tranken etwas.
Hinter der Hütte gab es eine größere Alm, über die der Weg nun führte. Dieser mündete in einem großen Geröllfeld, welches wir als Nächstes durchstiegen. Noch einmal warteten 600 Höhenmeter bis zum nächsten Ziel. Wir überqueren eine Rinne, die von der Komtlici-Scharte herunterführte. Im Schuttfeld neben der Rinne zwängte sich der Weg in engen Kehren hinauf bis zu einer Felswand. Hier wendete sich unser Weg nach Osten und ein kurzer, interessanter Klettersteig begann. Versichert mit Tritteisen und Stahlseilen bahnte er den weiteren Weg durch die Wand. Sobald wir die obere Kante der Felsstufe erreicht haben breitete sich eine grüne Almwiese vor uns aus. Dann erreichen wir den Sanntner Sattel. Oft wird für die Steiner Alpen auch der Name „Sanntaler Alpen“ verwendet, der auf den Ursprung des Flusses Sann (Savinja) verweist. Vom Sanntner Sattel hatten wir einen großartigen Blick. Im Osten ragte die gewaltige Nordwand der Oistrica, der Planjava und im Westen der Gipfel der Brana in den Himmel. Noch großartiger wurde das Bild, als wir dem Steig nach Westen zum 15 Minuten entfernten (3) Seeländer Sattel (Jezersko Sedlo) 2034m folgten. Auf diesem fast ebenen Pfad wanderten wir entlang des südlichsten Punktes von Österreich. Dort gab es den grandiosen Blick auf die Gipfel der Steiner Alpen, wie Skuta, Dolgi hrbet, Grintovec und Jezerska Kocna.
Nun begann der Abstieg zur (4) Kranjska koca na Ledinah (Krainer Hütte) 1691m. Der Weg fiel langsam ab. Der letzte Abschnitt führte durch Geröll und war etwas schwieriger zu gehen. Nach einer Stunde erreichen wir die Hütte. Die Kranjska koca liegt in einem Lärchenbestand am Fuße des südöstlichsten Gletschers der Alpen (Ledenik, zu dt. Gletscher). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entdeckte man hier, auf den ausgedehnten Flächen des Gletschers unter der Koroška und Kranjska Rinka und der Skuta, die Möglichkeit auch im Sommer Ski zu fahren. Dies veranlasste die Funktionäre der Alpenverein Sektion Kranj 1977 diese Hütte zu errichten und den Rennläufern des damaligen jugoslawischen Skinationalteams als Trainingslager anzubieten. Vor der geschlossenen Hütte legten wir eine Pause ein und ruhten uns aus, denn im Anschluss wartete noch ein Klettersteig auf uns. Gleich hinter dem Gebäude ging der Weg steil in kurzen Serpentinen bergab. Nach 200 Höhenmetern sahen wir den Einstieg in den Klettersteig. Dieser musste neu angelegt werden, denn nur ein Jahr davor hatte es einen Felssturz gegeben, der zur Schließung des alten Steiges geführt hatte. Noch einmal stiegen wir ca.150 Höhenmeter tiefer. Der Steig war gut gesichert. Hier war aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig. Nach der Durchsteigung mussten wir wieder an Höhe gewinnen, um auf den alten Zugangsweg zur nächsten Hütte zu kommen. Noch einmal erwartete uns eine gesicherte Kletterpassage. Nach dem schwierigsten Teil öffnete sich das Gelände wieder etwas und der Weg führte uns über Geröll und kurze Wiesenabschnitte in Richtung der Ebene Spodnja Raven. Der Weg führte dann über einen alpinen Pfad durch Latschenkiefern und Geröll. Leicht ansteigend und mit guten Ausblicken auf das Ravenska-Kocna-Tal wanderten wir weiter. In der Nähe der Hütte mündete der Steig in den normalen Wanderweg, der uns in wenigen Minuten zur (5) Cezka Koca (Tschechische Hütte) 1536m brachte.
Die Berghütte Tschechische Hütte steht schon seit einem Jahrhundert unterhalb der Nordwand des Grintovec und ist die älteste Hütte Sloweniens. Sie wurde von der tschechischen Zweigstelle des slowenischen Alpenvereins aus Prag gebaut. Offiziell wurde sie am 26. Juni 1900 eröffnet und in den Jahrzehnten seither mehrmals renoviert beziehungsweise teilweise modernisiert. Trotzdem aber hat sie ihre ursprüngliche Form beibehalten. Neben den zwei Gaststuben gibt es eine Terrasse mit herrlichem Ausblick auf die Baba und die Rinka. Im Untergeschoss wurden moderne Sanitärräume mit Waschmöglichkeiten. Aber auch hier war das Wasser knapp. Gerade weil das Haus über keinen Stromanschluss verfügt, erlebt man hier Hüttenromantik pur. So musste sich die Wirtin Gedanken darüber machen, wie die Gäste kalte Getränke bekommen, denn einen Kühlschrank gibt es hier nicht. Das Prinzip war einfach. Wer sich ein Getränk holte, bekam eine warme Flasche und musste diese in den Getränkebottich unterhalb der Hütte bringen. Dort konnte man sich dann ein kühles Getränk herausnehmen.
Wir hatten auf der Terrasse Platz genommen und aßen dort zu Abend. Nach der Suppe gab es einen super leckeren Pflaumenknödel, den die Hüttenwirtin persönlich zubereitet hatte. Wir ließen den Abend langsam nach dem langen Tag ausklingen. 1400 Höhenmeter steigt man auch nicht jeden Tag den Berg hinauf und der Klettersteig zum Schluss hatte die letzten Kraftreserven herausgefordert. Und am nächsten Tag stand die nächste Kletterei an, die steile Wand konnten wir von der Hütte sehen. Es wurde dunkel und der Himmel war sternenklar. Zwei Tage zuvor hatte es eine Sonnenfinsternis gegeben, die wir aus dem Tal nicht sehen konnten. Aber es wurden vermehrt Sternschnuppen gemeldet und von der Hütte aus konnten wir diese nun sehen.


  • 1) Planšarija Logarski Kot 890m
  • 2) Slap Rinka 1212m
  • 3) Frischaufov Dom 1393m
  • 4) Seeländer Sattel 2034m
  • 5) Kranjska koča na Ledinah 1691m
  • 6) Češka Koča 1536m
Abbildung Höhenprofil

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6. Tag: Übergang zur Zois Hütte (Cojzova koča)

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Wir hatten auf der Hütte gut geschlafen. Am Morgen standen wir früh auf, denn auch wenn die Tour von der Strecke her recht kurz erschien, mussten wir für die lange Kletterpassage schon etwas Zeit einplanen. Es gab zum Frühstück frisch gebackenes Brot und selbst hergestellte Marmelade, welche uns sehr gut geschmeckt hat. Dann wurden die Sachen gepackt. Zum Glück war an den Hängen noch Schatten.
Von der (1) Cezka Koca 1536m gingen wir in einem großen Kessel hinauf Richtung der Felswände. Der Weg schlängelte sich über ein Blockfeld langsam bergauf. Nach etwa 50 Minuten erreichten wir eine Weggabelung. Hier bogen wir nach links auf den Frischaufweg (Frischaufova pot) ab. Der Frischaufweg wurde bereits 1877 als alpiner Steig angelegt, und durchzieht die steile Nordwand des Grintovec auf gesicherten Querungen. Auch wenn die Felswand recht nah erschien, brauchten wir für die Strecke über das Geröllfeld bis zum (2) Wandfuß, der auf 1950m lag, etwas mehr als 1,5 Stunden. Dort wurden die Klettersteigsets angelegt und dann suchten wir nach dem Einstieg. Schon das war eine kleine Herausforderung, denn es gab an dieser Stelle keine Markierungen. Schnell wurden die richtigen Stufen gefunden und wir kletterten langsam zum Sattel hinauf. Der führte zuerst nach links an den Felswänden entlang. Dann begann eine Senkrechtpassage, die an einigen Stellen mit Stahlseilen und Klammern gesichert war. Am oberen Ende passierten wir eine ausgeprägte Steilstufe, ehe wir nach etwa 3 Stunden den (3) Mlinarsko Sattel (Mlinarsko sedlo) 2335m erreichten. Vom Sattel boten sich tolle Blicke auf die umliegenden Gipfel, wie dem Dolgi hrbet, dem Grintovec und der Skuta. Wir schauten vorsichtig über den Kamm und sahen eine große Hocheben vor uns. Damit war die Kletterei für diesen Tag erledigt.

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Der Weg schlängelte sich nun meist leicht ansteigend, jedoch immer wieder mit ausgesetzten, steinigen und schuttbedeckten Abschnitten am Berg entlang. Besonders unterhalb des Gipfelaufbaus von Grintovec und Dolgi hrbet war konzentriertes Gehen nötig. Die Route zog an der Nordseite vorbei und erreichte nach einigen Kehren im Bereich der Abzweigungen zu Grintovec und Skuta das (4) Biwak Pavla Kemperla 2041m. Das Biwak ist ein kleines dreistöckiges Bauwerk, welches im Jahr 2009 hier errichtet wurde. Es bietet Platz für bis zu 8 Personen und verfügt über Panoramafenster mit Ausblick auf die umliegende Gebirgswelt. Wir machten hier eine etwas längere Pause und ruhten uns aus, denn wir waren noch lange nicht an unsrem Tagesziel und bis dorthin war es noch eine längere Strecke.
Vom Biwak Pavla Kemperla stiegen wir zuerst leicht bergan und bewegten uns danach auf ausgesetzten, felsigen und teils schuttbedeckten Pfaden, direkt entlang des Hauptkamms der Steiner Alpen führten. Dann begann der Abstieg in eine Senke, der mit einer kleinen Kletterei im Gegenanstieg endete. Auf einem kleine Sattel kreuzte der Aufstiegsweg zum Grintovec unseren Weg. Von dort mussten wir noch einmal etwa 200 Höhenmeter bis zur (5) Zois-Hütte (Cojzova koca na Kokrskem sedlu) 1793m absteigen. Der Pfad war markiert und führte über wechselndes Gelände, das von Blockfeldern und alpinen Wiesen geprägt war. Die Namengeber der Hütte sind die Barone Zigi und Karl Zois, die als Geologe bzw. Mineraloge 1877 eine Seilschaft zur Besteigung des Triglav aufstellten, die im zweiten Versuch die Erstersteigung des Triglav im Auftrag der Barone Zois am 26.8.1878 schaffte.
Vor der Hütte gab es ein buntes Treiben. Viele Tagesgäste hatten den steilen Aufstiegsweg geschafft und ruhten sich vor dem Abstieg hier aus. Auch wir fanden ein Plätzchen in der Sonne und stießen auf unsere letzte Hütte der Tour an. Die Berghütte Cojzova koca bietet heute eine moderne Ausstattung. Es gibt 105 Betten in 17 Zimmern und 30 Betten im Lager. Auch wir bezogen unser Lager. Was auf dieser Hütte aber fehlte, war wieder das Wasser. Nur dieses Mal traf es uns etwas härter, denn es gab auch keine Toiletten, die ohne Wasserspülung funktionierten. Am Abend saßen wir noch etwas länger zusammen. Am nächsten Morgen mussten wir zwar noch den langen Abstieg machen, aber dann war die Tour geschafft und wir konnten uns ausruhen.


  • 1) Češka Koča 1536m
  • 2) Wandfuß 2000m
  • 3) Mlinarsko sedlo 2335m
  • 4) Biwak Pavla Kemperla 2041m
  • 5) Cojzova koča 1793m
Abbildung Höhenprofil

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7. Tag: Abstieg in das Kamniški Bistrici Tal

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Am Morgen standen wir früh auf, damit wir genügend Zeit für den Abstieg hatten. Denn noch einmal waren 1200 Höhenmeter zu überwinden. Frühstück gab es bereits um 6 Uhr. Man konnte sich verschieden Varianten am Tresen aussuchen. Danach machten wir uns für den Abstieg fertig und stiegen von der (1) Cojzova koca na Kokrskem sedlu 1793m in Richtung Tal ab. Auf teils geröllbedecktem Pfad steigen wir den breiten Einschnitt zwischen den steilen Wänden von Kalška Gora und Mali Vrh ging es bergab. Bald schon kamen uns die ersten Wanderer entgegen, die wohl noch im Dunkeln im Tal gestartet waren. Beim Abstieg von der Hütte hatten wir noch einmal einen schönen Blick auf die umliegenden Gipfel. Nach der steilen Schuttrinne bog unterhalb der Felswände des Kalška gora und Jurjevec der Weg in den Wald ab. Der gut markierte Weg führte anfangs im dichten Wald, bald aber durch Büsche. Dort wurde der Weg etwas flacher. Unterwegs querten wir die Seilbahn. Nach etwas über zwei Stunden Gehzeit erreichten wir die (2) Station der Materialseilbahn der Hütte 891m. Dort begann eine Schotterstraße, die uns wieder zum Plecnik-Herrenhaus am (3) Dom v Kamniški Bistrici 606m führte.
An der Hütte machten wir eine Pause und packten unsere Wandersachen zusammen. Gegen 10:30 Uhr fuhr ein Bus nach Kamnik. Die Bushaltestelle war etwa 300m weiter die Straße hoch. Diesen erreichten wir und fuhren weiter nach Maribor, wo wir ein Hotel gebucht hatten.


  • 1) Cojzova koča 1793m
  • 2) Materialseilbahn 890m
  • 3) Dom v Kamniški Bistrici 606m
Abbildung Höhenprofil

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8. Tag: Fahrt nach Maribor/Abreise

Die Universitätsstadt Maribor (ehem. Marburg) liegt im Osten des Landesinneren an der Drau. Auf einer unserer Wandertouren waren wir bereits im Quellgebiet der Drau gewandert. Nun sahen wir einen breiten Fluss. Aber in Maribor hat sie erst die Hälfte des Weges bis zur Donau geschafft. Mit fast 113.000 Einwohnern ist die Kultur- und Wirtschaftsmetropole die zweitgrößte Stadt von Slowenien. Im Norden wird die Stadt von Weingärten und im Süden vom idyllischen Pohorje-Gebirgszug eingerahmt. Maribor war 2012 die Kulturhauptstadt Europas.
Wir hatten am Abreisetag einen Nachtzug ab Graz gebucht, der uns nach Berlin bringen sollte. Somit hatten wir am letzten Tag der Reise uns die Stadt anzuschauen. Ein Rundgang führte uns zu den bekanntesten Plätzen und die vielen Sehenswürdigkeiten von Maribor. Der Rundgang begann hinter unserem Hotel an der Basilika der Mutter der Barmherzigkeit. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Brunnen vor einem Bankgebäude vorbei. Die bronzene Wasserskulptur stellt tanzende Feen dar. Die Kirche konnten wir besichtigen. Im Anschluss gingen wir zum Schloss Maribor. Davor steht das Maribor Liberation Monument. Die rund sieben Meter hohe Bronzeskulptur ist über und über mit historischen Dokumenten und Texten überzogen. Geehrt werden die fast 700 Geiseln und Rebellen, die während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg in Maribor hingerichtet wurden. Unser Weg führte uns weiter durch das Stadtzentrum zur großen Domkirche. Leider war zu diesem Zeitpunkt ein Gottesdienst, deshalb konnten wir nicht in den Dom hineinschauen. Auch lässt sich am Wochenende der Turm besteigen, von dem man einen schönen Blick über die Stadt hat. Direkt gegenüber steht die Universität von Maribor, die sich im sehenswerten historischen ehemaligen Gebäude der Stadtsparkasse befindet. Nun gingen wir hinunter in das Altstadtviertel Lent zum Ufer der Drau. Dort gelangten wir zum Wehrturm Sodni Stolp, der besichtigt werden kann. Im Turm befindet sich eine Ausstellung der modern Art. Weiter gingen wir am Ufer der Drau zum Haus wo die älteste edle Weinrebe der Welt wächst. Natürlich kann man in der Weinhandlung auch einen Wein probieren, der aus der Rebe hergestellt wurde. Nach einer Pause querten wir die Drau über die neue moderne Splavarska Brücke, die 2023 fertiggestellt wurde. Sie verbindet das Altstadtviertel Lent im am nördlichen Flussufer mit dem Stadtbezirk Magdalena am rechten Drauufer. Gebaut wurde sie direkt neben der alten Brücke, über die der Autoverkehr rollt. Zurück nahmen wir den Weg über die alte Brücke, von der wir noch einmal einen Blick auf Altstadtviertel Lent mit den historischen Gebäuden. Zum Schluss gelangten wir auf den Hauptplatz mit dem Rathaus. Hier ruhten wir uns nun nach dem Stadtrundgang aus.

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Eine Erklärung zu den Symbolen und den Daten der Tagesetappen finden Sie unter dem Link "Zeichenerklärung". Weitere Informationen zur Tourenplanung und eine Checkliste stehen für Sie in der Rubrik "Hinweise" bereit.


Inhalt Ergänzungen
Landkarte
Landkarte Slowenien
  Slowenien / Osrednje-SLO
Tourencharakter
  Logo für Schwierigkeit der Tour   Klettersteig / schwer


Informationen zur Einstufung:
  • Längere Tagesetappen, die viel Kondition erfordern.
  • Viele Passagen, die besondere Trittsicherheit erfordern.
  • Die Klettersteige sind nicht durchgängig verseilt. Erfahrungen bei der Begehung von Klettersteigen sind notwendig.
Weitere Informationen unter dem Link "Zeichenerklärung".
 
Anreise

Die Anreise erfolgt von Berlin nach München und weiter auf der Tauernautobahn bis Villach. Hier wechselt man auf die A11 und fährt bis zur Grenze nach Slowenien. Weiter geht es durch den Karawankentunnel auf die A2 in Richtung Lubljana. Auf der A2 in Slowenien fährt man bis nach Kamnik (Ausfahrt Nr.11). Dort biegt man auf die Straße 413 ab und fährt in die Stadt hinein. Ab dort ist das Kamniška Bistrica Tal ausgeschildert.


    Tipps für Autofahrer

Skizze Anfahrtbeschreibung
 
   Parkmöglichkeiten

Es gibt mehrere Parkplätze hinter dem Dom v Kamniški Bistrici bis hin zur Materialseilbahn der Zois Hütte.

   Kosten für Maut

Durch Österreich und Slowenien benötigten man eine Vignette. Weiterhin fallen Mautgebühren für den Tauerntunnel und den Karawankentunnel an.

Ausrüstung

Anbei können Sie eine Liste ansehen, die die empfohlene Ausrüstung für diese Tour beinhaltet.


Symbol für Dokument

▷ Download Ausrüstungsliste

Wanderkarten

  • Kompasskarte:  2801
  • Kompasskarte:  65
Bewirtschaftung Hütten

In den folgenden Monaten sind die Hütten auf der Tour bewirtschaftet.


Symbol für Kalender

Zusätzliche Hinweise:
Die Hütten unbedingt reservieren. Die Hütten des PZS über das Portal mit Anzahlung.

Wetter
Anbei finden Sie einige Links aus dem Internet, die hilfreich für die Vorbereitung der Tour sind:
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Letzte Aktualisierung: 08.10.2026 - 17:50


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