Durchquerung der Pfunderer Berge
79km
8 Tage
11115hm
Eine Anmerkung vorab: Dieser Bericht beschreibt nicht den Pfunderer Höhenweg, der in den Pfunderer Bergen ausgeschildert wurde. Wir bewegten uns bei dieser Tour nur auf wenigen Abschnitten auf diesem Weg. Der Pfunderer Höhenweg wurde mit sehr langen und schwierigen Etappen gestaltet. Dazu kommt am 3. Tag ein Biwack, welches für eine größere Gruppe nicht genügend Plätze bietet. Deshalb habe ich eine Variante geplant, die die Schönheit des Gebirges und der Landschaft der Pfunderer Berge zeigt. Die Etappen waren ebenfalls etwas schwierig zu gehen, konnten aber auch bei schlechterem Wetter begangen werden.
Bei den Hochgebirgswanderern sind die Pfunderer Berge eher bekannt durch den anspruchsvollen Pfunderer Höhenweg. Sie befinden sich in Südtirol, nahe am Alpenhauptkamm und grenzen direkt an die Zillertaler Alpen. Benannt wurden sie nach dem Pfunderer Tal im Pustertal. Viele Gipfel sind über 3000 Meter hoch und relativ leicht zu bewandern. Die höchsten Gipfel der Pfunderer Berge sind der Niedere Weißzint mit 3.263 Metern und die Wilde Kreuzspitze 3.132 Metern, wobei letzterer oft als der höchste Gipfel der Gruppe betrachtet wird, weil er nicht am Grenzverlauf zu den Zillertaler Alpen steht. Die Berge bestehen geologisch vor allem aus Glimmerschiefer, Gneis und Granit, was ihnen ihre charakteristische alpine Landschaft mit schroffen Kämmen und Tälern verleiht. Auf den Touren kommt man an viele Bergseen vorbei und durchwandert einige Schluchten mit Wasserläufen. Geschichtlich sind die Pfunderer Berge geprägt von einer jahrhundertealten Almwirtschaft. In dem Wandergebiet liegen viele Almen und Hütten. Die bekannteste Alm der Berggruppe ist die Fane Alm. Sie liegt mitten in diesen Bergen und gilt als die schönste Alm in Südtirol.
Wir wanderten 8 Tage durch die Pfunderer Berge. Die Tour startet in Meransen. Von dort gingen wir zur Wieserhütte. Am nächsten Tag stiegen wir über die Seefeldspitze zur bekannten Fane Alm ab und liefen von dort zur Brixner Hütte hinauf. Am dritten Tag wanderten wir noch einmal in das Tal zum Ort Dune hinunter und schliefen oberhalb des Ortes auf der Gampiel-Alm, die auf einem sehr schönen Plateau steht. Danach machten wir uns auf den Weg zur Tiefrastenhütte, wobei wir an diesem Tag auf den Pfunderer Höhenweg wanderten. Unser Ziel nächstes Ziel war Oberlappach. Wir hatten Zimmer auf einem Bauernhof buchen können. Von dort stiegen wir über das Zösenbergtal nur Napfspitze hinauf und gingen auf der anderen Seite des Berges hinunter zur neu errichtete Edelrauthütte (Eisbruggjochhütte). Für den vorletzten Tag war der Übergang zur Hochfeilerhütte geplant. Dabei mussten wir kurz vor der Hütte einen Gletscher queren. Von der Hochfeiler Hütte stiegen wir in das Pfitzer Tal nach St. Jakob ab und fuhren mit dem Bus zurück nach Sterzing.
Wir waren bereits am Vortag nach Brixenn gereist und hatten dort mitten im Zentrum in einem Hostel übernachtet. Am nächsten Tag besichtigten wir vor unserer ersten Wanderetappe die Stadt mit ihren vielen Sehenswüürdigkeiten. Die Stadt Brixen liegt im Eisacktal am Zusammenfluss von Eisack und Rienz in Norditalien. Sie ist die drittgrößte Stadt in Südtirol. Hier regierten über Jahrhunderte die Fürstbischöfe, die Brixen zu einem wichtigen religiösen und kulturellen Zentrum entwickelten. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten gehören der Brixner Dom mit seinem berühmten gotischen Kreuzgang, die Hofburg, die historischen engen Gassen und die vielen mittelalterlichen Gebäude.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Dom zu Brixen mit seinen berühmten Fresken im Kreuzgang. Der Dom zu Brixen ist einer der wichtigsten Sakralbauten entlang des Alpenbogens und wurde im Jahr 980 urkundlich erwähnt. Im Inneren des Doms kann man viele Deckengemälde, eine wertvolle Ausstattung mit 33 verschiedenen Arten von Marmor, einer der bedeutendsten Barockaltäre Tirols und eine prunkvolle Orgel besichtigen. Im Kreuzgang, der zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Südtirols, können gut erhaltene gotische Wandmalereien besichtigt werden, die das mittelalterliche Leben zeigen. Der Lebensbrunnen vor dem Dom symbolisiert den Kreislauf des Lebens. Er stellt das Leben als Spirale dar.
Auf der anderen Seite des Marktplatzes gelangt man zur Hofburg mit dem Diözesanmuseum. Die Burg war früher die Residenz der Fürstbischöfe. Sie beherbergt heute das Diözesanmuseum mit dem Brixner Domschatz und einer bedeutenden Kunstsammlung. Ebenfalls befindet sich hier eine der bedeutendsten Krippensammlungen Südtirols mit rund 5.000 Figuren. Es gibt zahlreiche Weihnachtskrippen aus Brixen, Tirol, Neapel und Sizilien zu besichtigen. Auf dem Weg zum Stadtteil Stufels kamen wir am weißen Turm vorbei. Der 72 Meter hohe Weiße Turm ist das Wahrzeichen von Brixen, gehört zur Pfarrkirche St. Michael. Stufels ist der älteste Stadtteil von Brixen. Die historische Schutzengelgasse und die verwinkelten Sträßchen vermittelt ein authentisches Bild vom Ursprung Brixens. Wir besuchten die barocke Schutzengelkirche. Sie steht im Zentrum von Stufels. Ihr romanisches Mauerwerk stammt zum Teil aus dem Mittelalter. In der Kirche erinnern Schutzengel an frühere Brände und Überschwemmungen, die es in der Stadt gab. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus Sicherheitsgründen der Zusammenfluss der Flüsse Eisack und Rienz flussabwärts verlegt. Die neu gewonnene Fläche zwischen den beiden Flüssen wurde in eine Grün- und Parkanlage verwandelt, die sogenannten Rappanlagen. Dort ruhten wir uns nach dem Stadtrundgang etwas aus. Am Vorabend hatte es hier ein größeres Konzert gegeben und die Foodtrucks verkauften zum Mittag einige Spezialitäten der Region.
Gegen 13 Uhr fuhr vom Busbahnhof in Brixen unser Bus nach Meransen, den es nun galt zu erreichen. Meransen war der Ausgangspunkt für unsere Wandertour durch die Pfunderer Berge.
Bildergalerie:

















7,3km
2,5h
465hm
13hm
leicht
Am Mittag fahren wir mit dem Bus 401 von Brixen nach Mühlbach. Eigentlich wollten wir hier die historische Seilbahn zur Fahrt nach (1) Meransen 1414m nutzen, aber diese war abgebaut worden und soll durch eine moderne Bahn ersetzt werden. Für die Zeit der Bauarbeiten gibt es einen Ersatzbus (Linie 413), der am Wochenende aber in der Mittagszeit nicht fährt. Wir kamen deshalb erst gegen 15 Uhr auf dem Plateau an. Der Ort zählt mit 280 Sonnentagen zu den sonnigsten Orten in Südtirol. Sehenswert sind die spätgotische Pfarrkirche und der Brunnen mit den heiligen drei Jungfrauen im Zentrum des kleinen Dorfes. Von der Seilbahn folgten wir einem Weg vorbei am Berghotel Hofer und über die Bergwiesen bis nach Außeregg. Dort gingen wir noch ein kurzes Stück auf der Via Platzer und bogen dann hinter dem Funkturm in die Via Forstweg zum Altfasstal ab. Diesem Waldweg folgten wir bis zum großen Parkplatz am (2) Eingang zum Altfasstal 1600m. Das Altfasstal ist eines der schönsten Täler in Südtirol. Es liegt oberhalb von Meransen zwischen Gitschberg und dem Jochtal.
Weiter gingen wir dann auf dem Fahrweg und entlang eines Kreuzganges zum (2) Gasthaus Großberghütte 1633m, welches wir nach ca. zwei Stunden Fußmarsch erreichten. Der Gasthof liegt inmitten einer einzigartigen Natur. Vor uns breiteten sich Almwiesen mit den typischen Futterhütten aus. Mitten durch diese Wiesen schlängelte sich der Altfassbach. Auf den Wiesen grasten überall Kühe, Pferde und Esel. An der Hütte war es ordentlich etwas los. Im Tal gab es das jährliche Almhüttenfest. Wir fanden noch einen freien Tisch und nahmen Platz für eine Kaffeepause. Vor der Hütte spielte eine Kapelle traditionelle Volksmusik. Nach einem Kaffee und Kuchen probierten wir den Kirschtakropfn, der an allen Tischen serviert wurde. Dabei handelt es sich um einen langen, großen Krapfen aus dünnem Teig, der traditionell im Pustertal zu Kirchtagsfesten gebacken und serviert wird.
Nach der Pause wanderten wir weiter in das Tal hinein. Leider begann es nun an zu regnen. Nach einem weiteren leichten Anstieg schauten wir direkt in den Talschschluss. Wie ein runder Kessel wird dieser durch die Gipfel des Kurzkogel, Fensterlewand, Nock und Fallmetzer umrahmt. Alle Gipfel erreichen eine Höhe über der 2500 Metern. Nach einem letzten Anstieg erreichten wir zuerst die Pranter Stadl Hütte. Auch hier gab es ein großes Fest und wir kehrten kurz ein. Besonders bekannt ist sie für ihre urige, familienfreundliche Atmosphäre mit großem Kinderspielplatz aus Naturholz, Streichelzoo und Tieren. Der Spielplatz, die kitschige Dekorationen und viele urige Details machen die Hütte zu einem beliebten Ausflugsziel. Nach einer kurzen Pause gingen wir zum Schluss der Tagesetappe hinüber zum (4) Schutzhaus Wieserhütte 1845m.
Auf der Wieserhütte gibt es eine Käserei, in der Almkäse, Graukäse und Kräuterkäsehergestellt werden. Der Kuhstall befindet sich gleich hinter der Hütte. Auf der Hütte gibt es Zimmer für 2-3 Personen und ein Lager mit 16 Plätzen. Wir bekamen das Lager zugeteilt, in dem die Deckenhöhe sehr gering war. Wir stießen uns gleich mal die Köpfe. Die nassen Sachen konnten wir im Essenraum aufhängen. Dann gab es etwas zu trinken und zu Essen. Im Anschluss probierten wir noch den angesetzten Heuschnaps und gingen dann zu Bett, denn am nächsten Tag wartete eine lange Etappe auf uns.
Bildergalerie:

1) Meransen 1414m- 2) Eingang Altfasstal 1600m
- 3) Gasthaus Großberghütte 1633m
- 4) Schutzhaus Wieserhütte 1845m
14,0km
x,xh
1429hm
965hm
schwer
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Am Morgen gingen wir dann hinter dem (1) Schutzhaus Wieserhütte 1845m den Wanderweg bergauf. Neben uns stand die Oberpranterhütte, die leider geschlossen ist. Hinter der Hütte gab es einen Wasserfall an der Felswand des 2528m hohen Nock. Der Altfassbach fällt an dieser Stelle die Felswand hinunter und verschwindet im Nirgendwo, bis er etwas weiter unten wieder aus dem Boden emporspringt....
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Bildergalerie:

1) Schutzhaus Wieserhütte 1845m- 2) Seefeldsee 2222m
- 3) Seefeldscharte 2530m
- 4) Tschiffernaunalm 2216m
- 5) Fane Alm 1740m
- 6) Brixner Hütte 2282m
11,5km
xh
824hm
1026hm
mittel
Bildergalerie:

1) Brixner Hütte 2282m- 2) Steinkarscharte 2608m
- 3) Weitenbergalm 1958m
- 4) Dun 1539m
- 5) Bodenalm 1690m
- 6) Gampiel Alm 2045m
11,4km
6h
803hm
497hm
mittel
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Bildergalerie:

1) Gampiel Alm 2045m- 2) Gruipa Alm 2222m
- 3) Gampishütte 2232m
- 4) Passenjoch 2408m
- 5) Hochsägescharte 2705m
- 6) Tiefrastenhütte 2312m
10,8km
xxh
392hm
1126hm
mittel
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Bildergalerie:

1) Tiefrastenhütte 2312m- 2) Hochsägescharte 2705m
- 3) Passenjoch 2408m
- 4) Bergmeisteralm 1720m
- 5) Lappacher Klamm 1500m
- 6) Pichlerhof 1555m
11,0km
6h
1342hm
320hm
schwer
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Bildergalerie:

1) Pichlerhof 1555m- 2) Bergmeisteralm 1670m
- 3) Schafalm Seeberg 2330m
- 4) Seeberg Seen 2420m
- 5) Napfspitze 2888m
- 6) Edelrauthütte 2545m
4,4km
6h
439hm
225hm
schwer
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Bildergalerie:

1) Edelrauthütte 2545m- 2) Untere Weisszintscharte 2974m
- 3) Gliederferner 2800m
- 4) Hochfeilerhütte 2715m
8,8km
4h
14hm
1235hm
mittel
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Bildergalerie:

1) Hochfeilerhütte 2715m- 2) Bachquerung 2460m
- 3) Unterbergalm 1986m
- 4) Gasthof Stein 1550m
- 5) Angerhöfe 1460m
Eine Erklärung zu den Symbolen und den Daten der Tagesetappen finden Sie unter dem Link "Zeichenerklärung". Weitere Informationen zur Tourenplanung und eine Checkliste stehen für Sie in der Rubrik "Hinweise" bereit.